eine cd für die industrie, gestohlen für alle

Posted in Eierlei with tags , , , , , on 13. Mai 2011 by Kaeptn Dotterbart

Ich steh total auf Jens und seine Bands, allen voran auf Dackelblut & Oma Hans. Eine Ausnahmeerscheinung im Deutschpunk. Texte in die man sich reinlegen möchte, ein Sound bei der man sich und alles andere vergisst und eine Stimme der ich einfach jedes Wort glauben muss.

Warum erzähl ich euch davon? Ich war gerade dabei meine MP3s zu taggen, da fiel mir ein Ordner von Oma Hans mit dem Namen eine cd für die industrie, gestohlen für alle in die Hand. Also habe ich die Mucke in MP3tag geladen und dann gesehen, dass die Dateien bereits schön durchgetagt sind und auch hier als Album-Name eine cd für die industrie, gestohlen für alle eingetragen ist. Allerdings fehlte aber der Jahrgang zur CD. Also habe ich Google angeschmissen um rauszufinden wann die Industrie denn diese CD gepresst hat, um sie dementsprechend zu tagen. Wobei mich der Titel sehr irritiert hat. Ich meine alles was ich bisher von Dackelblut und Oma Hans gekauft habe waren Platten. Und soweit ich wusste gibt es auch gar keine CDs. Ich dachte immer der Jens hat bis zum Beginn von Kommando Sonne-nMilch nur Platten rausgebracht hat. Schließlich hat er damals, 88, noch mit fetten Lettern auf der ersten Platte seiner Band Angeschissen getitelt: Tod der Scheisse! Tod der CD!
Deshalb war meine erste Vermutung, dass es sich um eine Art Witz handeln muss oder im besten Falle Jens selbst in einem Anfall von Selbstkritik seine CD so betitelt hat. Frei nach dem Motto: wenn schon eine CD herausbringen, dann trotzdem schlecht machen.

Also wollte ich wissen was sich hinter diesem Produkt verbirgt und die Ergebnisse meiner Suche waren doch sehr interessant:
Erst habe ich nach oma hans gestohlen für die industrie gegoogelt. Der erste Treffer war Oma Hans – Oma Hans – CD. Hinter dem Treffer verbirgt sich exakt die Songliste auch in derselben Reihenfolge getagt wie sie sich in meinem Ordner mit dem Namen eine cd für die industrie, gestohlen für alle befindet. Aber eine CD, keine Platte! Und als Titel einfach nur Oma Hans… ?
Danach habe ich nur nach „cd für die industrie“ gegoogelt — aber in Anführungszeichen. Hier war der erste Treffer „Raubkopien: schaden sie der Industrie?“ – eine Forumsdiskussion.
Ich habe weitergesucht und tatsächlich: Beim Label selbst heißt die CD auch einfach nur Oma Hans. Und was ist drauf? Es sind einfach die Songs der ersten beiden Platten auf eine CD gepresst. Ob das nun mit Zustimmung von Jens geschehen ist oder ohne – für mich handelt es sich bei diesem Produkt tatsächlich um eine CD für die Industrie: schnell gepresst, damit sie sich die Leute auch kaufen, die keine Platten kaufen …

Bleibt die Frage, wer meine MP3s mit dem Namen eine cd für die industrie, gestohlen für alle getagt und damit benannt hat. Aber wer auch immer es war – vielen Dank dafür! „Tod der Scheiße“ hat Jens doch selber damals gesagt. Und für mich wird der Titel dieser Scheiße nun immer eine cd für die industrie, gestohlen für alle sein.

Übrigens: Erstaunlich, dass du diese Ansammlung unnützer Information bis zum Ende gelesen hast. Vermutlich bist du auch ein Fan von Dackelblut und Oma Hans? Dann kannst du mir vielleicht helfen. Ich suche nämlich dringed den Film „Der Taucher mit dem Anorak“ – wer den hat oder weiß wo ich ihn herkrieg, bitte meldet euch.

__update: wie man dem dialog unten entnehmen kann gibt es den film auf punktorrents.com und auf schrabbel-punk.net. zeiht ihn euch rein!

MEIN offener Brief an den Nichtwähler

Posted in Demokratie, Piraten, Piratenpartei with tags , , , , , , on 22. März 2011 by Kaeptn Dotterbart

Liebe Nichtwählerin,

du hast wahrscheinlich viele und bestimmt auch gute Gründe, warum du nicht wählen gehst. Ich möchte dir diese Gründe auch gar nicht ausreden. Aber wenn es dir bei deinem Protest darum geht, dass dir alle 5 Jahre einmal Kreuze schlagen einfach nicht langt – dann gibt es jetzt eine Alternative über die sich das nachdenken lohnt.
Willst du mehr Mitspracherecht haben und dich nicht länger top-down regieren lassen? Willst du unseren Politikern mehr auf die Finger schauen?
Dann solltest du dieses mal statt nicht wählen zu gehen vielleicht besser die Piratenpartei wählen. Die Piratenpartei Baden-Württemberg ist eine neue Partei und tritt zum ersten Mal zur Landtagswahl an. Ich verzichte hier aber auf weiteren Hintergrundtext, denn wenn du auf diesen Brief gestossen bist, dann hast du bestimmt auch schon von der Piratenpartei gehört. Worauf ich dich lieber aufmerksam machen möchte ist, warum sich die Piratenpartei meiner Meinung nach von ihren Geschwistern unterscheidet: die Piratenpartei ist eine Systempartei. Die Piratenpartei möchte nicht einfach die Macht übernehmen sondern sie möchte unser System verbessern. Die Piratenpartei ist damit eine moderne Demokratiebewegung, eine Bewegung, die DIR und ALLEN ANDEREN mehr Rechte geben möchte. Während die anderen Parteien weiterhin nach jeweils individueller Macht streben, strebt die Piratenpartei nach der kollektiven Macht des Bürgers.

Ich weiß, es gibt da heutzutage auch andere Parteien, die behaupten genau das tun zu wollen. Aber schaut man in deren Wahlprogramm, dann liest man da meist allgemeine Floskeln. Die Piratenpartei hingegen hat schon sehr konkrete Vorschläge wie mehr Demokratie umzusetzen ist. Ich kann hier natürlich nicht das ganze Wahlprogramm wiedergeben. Deshalb im Folgenden nur ein Auszug aus dem Wahlprogramm, damit du nachvollziehen kannst was ich meine:

Für ein Volksbegehren in Baden-Württemberg müssen bisher in 14 Tagen über eine Million Unterschriften (16,7% der Wahlberechtigten) gesammelt werden. Zum Unterschreiben müssen sich die Bürger auch noch in Amtsräumen einfinden. […] Unter diesen Bedingungen verwundert es nicht, dass es hier noch kein einziges erfolgreiche Volksbegehren gab. […] Die Sammelfrist soll auf sechs Monate ausgedehnt und die Anzahl der benötigten Unterschriften auf 5% (zurzeit ca. 376.000) gesenkt werden. […]

Wir setzen uns zudem dafür ein, jedes zugelassene Volksbegehren grundsätzlich öffentlich im Landtag zu behandeln.

und

Jedermann hat das Recht, sich mit Bitten und Beschwerden an die Volksvertretung zu wenden.

Neben der Stärkung von Volksbegehren möchte die Piratenpartei außerdem

  • ein Wahlsystem mit zwei Stimmen statt einer einführen
  • Senkung des Wahlalters auf 14 (Kommunalwahl) bzw. 16 Jahren (Landtagswahl)
  • ein Recht auf informationelle Selbstbestimmung
  • die Versammlungsfreiheit schützen

Summa summarum soll damit dem Volk eine einfachere Teilnahme am politischen Geschehen ermöglicht werden – gleichzeitig soll das Volk in seiner demokratischen Aktivität vom und vorm Staat geschützt werden.
Doch nicht nur soll das Volk soll ermächtigt werden – auch die Regierenden sollen mehr in die Verantwortung genommen werden. Einen wichtigen Punkt für verantwortungsvolle Politik sieht die Piratenpartei darin, die Korruption möglichst effektiv bekämpfen. Unter anderem fordert sie:

  • Die Höhe und Herkunft aller Einnahmen aus Nebentätigkeiten müssen [von Amtsträgern] einzeln und in vollem Umfang veröffentlicht werden
  • Karenzzeit für Amtsträger ([…] möchten wir nach Ende der Amtszeit eine Karenzzeit von mindestens drei Jahren einführen. In diesem Zeitraum müssen ehemalige Amtsträger eine Erwerbstätigkeit genehmigen lassen, die den ehemaligen Zuständigkeitsbereich betrifft […])
  • Transparenz bei der Besetzung von Ämtern (Nicht länger sollen Positionen nach reinem Parteiproporz besetzt werden – Landräte sollen direkt gewählt werden)
  • Transparente Gesetzgebung (Gesetze sollen öffentlich debattiert werden – jeder Bürger soll Stellung zu Gesetzesvorhaben nehmen können)
  • Transparenter Haushalt (verstärkte parlamentarische Kontrolle von Stiftungen, öffentliche Haushaltspläne der Kommunen)

All diese Forderungen könnten die Grundlagen für eine neue Form der Demokratie werden. Eine Demokratie in der wir uns nicht länger nur regieren lassen müssen und alle 5 Jahre wieder irgendeinen Kurs bestätigen dürfen. Kurse, in denen Politiker vor der Wahl alles versprechen dürfen was Wählerstimmen bringt – nur um nach der Wahl die Kehrtwende zu machen und diese dann plötzlich als „alternativlos“ zu verkaufen …
Denkst du nicht auch, es wird Zeit dass wir den Kurs selbst bestimmen können? Willst du auch mehr direkte Formen der Demokratie? Dann hilf mit und wähle dieses mal besser die Piratenpartei, statt (wieder) nicht zu wählen.

Schlusswort: Dieser Blogeintrag kann nur Bruchstückhaft bleiben. Wenn du jetzt mehr über die Piratenpartei wissen willst, dann empfehle ich dir bis Sonntag das Wahlprogramm zu lesen. Oder du hörst es dir als Hörbuch an. Und wenn du bereits jetzt schon Basisdemokratie erleben möchtest, dann bist du mit Sicherheit immer Herzlich Willkommen bei einem der vielen Stammtische in Baden-Württemberg.

Übrigens: Dies ist MEIN öffentlicher Brief und kein Produkt oder Aussage der Piratenpartei

How to get rid of „new facebook stalker tool“

Posted in Eierlei with tags , , , , , , on 26. Februar 2011 by Kaeptn Dotterbart

While I do not use facebook for my myself, I know a lots of people who do (well, I think the latter must be true for most of the people out there…). Currently there is a kind of virus that is going around in facebook and I was helping a friend of mine to get rid of this virus. Now I write down the solution here in my blog, so that other people have the possibility to get rid of it, too.

The virus I talk about is included in a message that you receive from one of your friends (because the one you receive this message from is already infected). The message says something like „new fb tool shows who stalks your profile“. I have read about different versions of this virus, so the message must not exactly match the one you maybe received. But the main idea of this message is always the same: a new stalker tool for facebook. Included in this message is a link and after you click on this link, there are two options:

Either you install an application or you become member of a group. In the first case, you can easily get rid of this scam by uninstalling the applications.
So let’s have a look at the second case, if you become a member of a group: I think the group names can vary, in our case the name of the group was * f r o M a r s *. Since you are a member of one of these groups, your account begins to write messages on the blackboards of your friends, spreading the virus-message („new fb tool shows who stalks your profile …“ and so on) and tries to attract more people becoming member of the group.

The best, of course, is not to follow the link. But for those who did it and want to get rid of it, try the following:
look into your profile -> info -> activity and interests -> edit -> show other pages
now you should see a pop up, that lists all groups you are member of. look here for names and groups that seem suspect or unknown to you (remember in our case the name was * f r o M a r s *). Then delete these pages, save and logout. Change your password to get sure no one hacks your profile.
Now things should be done.

Wikileaks-Zensur in den Vereinigten Staaten

Posted in Internet, Zensur with tags , , , , on 17. Dezember 2010 by Kaeptn Dotterbart

Nach langer Zeit der Abstinenz schreibe ich wieder einen Blog-Eintrag. Grund dafür geben die aktuellen Entwicklungen um Wikileaks, genau genommen ein sehr guter Artikel von Spiegel Online: „Was WikiLeaks mit Internetsperren zu tun hat“
Der Autor – Christian Stöcker – schreibt darüber, dass US-Air-Force Mitarbeiter an ihrem Arbeisplatz nicht mehr Wikileaks aufrufen dürfen und sogar manche Zeitungsseiten gesperrt werden – darunter „New York Times“, „Le Monde“ und „The Guardian“. Kurzum: Medienzensur am Arbeitsplatz. Dabei gelingt es dem Autor geschickt erneut auf die Gefahren einer Zensurinfrastruktur hinzuweisen, die in solchen Fällen gewiss zum flächendeckenden Einsatz führen könnte.

Aber warum schreibe ich jetzt in meinem Blog darüber, wenn es eh schon in Spiegel Online steht? Weil ich darauf hinweisen möchte, dass es sich bei der Zensur für die US-Air-Force-Mitarbeiter lediglich um die Spitze des Eisbergs handelt. Tatsächlich hat dieser Wahnsinn schon längst Methode. So wurde bereits den amerikanischen Soldaten im Irak der Saft zu Wikileaks abgedreht – und ebenso auf alle gängigen Nachrichtenformate, die darüber schreiben, wie beispielweise CNN. Wer über Wikileaks twittert oder auf Facebook darüber schreibt kann darüber hinaus auf Dauer seinen Job verlieren.
Aber es kommt noch besser: Die Library of Congress, eine der größten Bibliotheken weltweit zensiert den Zugriff auf Wikileaks. Das gilt für die Mitarbeiter und für alle Besucher über das Bibliothekseigene WLan. Eine Bibliothek sollte eigentlich für die Freiheit des Wissens und der Forschung einstehen und bis zum letzten gegen jegliche Zensur kämpfen. Aber wenn amerikanische Interessen bedroht sind, sieht das wohl leider anders aus.

Und als Sahnehäubchen obendrauf die Farce schlechthin: USA wird nächstes Jahr der Gastgeber des UNESCO’s World Press Freedom Day 2011 sein. Thema werden die Medien des 21. Jahrhunderts sein. Und man muss sich mal den Klappentext auf der Zunge zergehen lassen:

„New media has empowered citizens around the world to report on their circumstances, express opinions on world events, and exchange information in environments sometimes hostile to such exercises of individuals’ right to freedom of expression. At the same time, we [The United States] are concerned about the determination of some governments to censor and silence individuals, and to restrict the free flow of information.“

Da wurde offensichtlich der Bock zum Gärtner gemacht.

Ein Besuch bei der STASI

Posted in Überwachung with tags , , , on 10. September 2009 by Kaeptn Dotterbart

stasilogoEin Ausflug in Leipzig hat mich in das STASI-Museum in der „Runden Ecke“ geführt und ich habe auch gleich an einer Führung teilgenommen. Für 2€ muss man da nicht lange Fackeln und man bekommt einen grausigen Einblick in das Leben als Überwachungsobjekt – nicht nur mich hat der Einblick in den Überwachungsstaat beeindruckt:
Briefe wurden aufgedampft (Briefgeheimnis?), Telefongespräche abgehört (Fernmeldegeheimnis?), Wohnungen verwanzt (Unverletzlichkeit der Wohnung?) und versucht die komplette Privatsphäre zu durchleuchten. Es ist wirklich Angsteinflößend, zu was eine staatlich organisierte Überwachung fähig ist!
Aber Moment mal! In was für einer Zeit lebe eigentlich ich? 2009 und es werden Emails kontrolliert (Briefgeheimnis? Denn wie viele Menschen schreiben heute Emails statt Briefe), Telefonverbindungen werden gespeichert (Fernmeldeheimnis? Denn was früher der Telegraf war ist heute das Handy), IPs und Internetzugriffe gespeichert (Unverletzlichkeit der Wohnung? Denn für viele Menschen ist das die zweite Wohnung) und versucht die komplette öffentliche Sphäre zu durchleuchten: Nummernschilderfassung, Vorratsdatenspeicherung, Video-Überwachung von öffentlichen Plätzen… Es sollte wirklich Angsteinflößend sein, zu was eine staatlich organisierte Überwachung fähig ist!

Schließlich wird uns innerhalb des Museums noch als eine besonders bittere Pille verkauft, dass der Platz vor dem Gebäude zu STASI-Zeiten Video-Überwacht wurde. Deshalb hat sich die Opposition damals nicht getraut öffentlich gegen das Regime zu demonstrieren – Überwachung also als Waffe gegen demokratische Willensbildung! Und so haben selbst die Montagskundgebungen – das offensichtliche Aufbegehren gegen das Regime – in Leipzig lange Zeit einen großen Bogen um die Zentrale ihres Hauptfeindes geschlagen. Denn dass der Platz überwacht wurde war nicht zu übersehen, schließlich hatte die STASI damals noch unglaublich sperrige Kameras.
Doch welche Ironie der Geschichte? Denn als ich das Gebäude verlasse, muss ich feststellen, dass sich nichts geändert hat – nur die Kameras sind kleiner geworden. Ausgerechnet der Platz, der bis 1989 gemieden wurde, weil er Videoüberwacht wurde … der Platz, der mit Hilfe seiner Videoüberwachung das DDR-Regime aufrecht erhalten hat … der Platz, der heute vor dem STASI-Museum ist und den interessierten Besucher über damalige Überwachungsmethoden informieren will … – dieser Platz wird heute Videoüberwacht? Haben wir denn nichts aus der Geschichte gelernt? Anscheinend schon, aber wohl leider das falsche. Nämlich dass Überwachung sehr gut geeignet ist den Herrschaftsapparat zu stützen. Ich kann mir schon vorstellen, wie das ungefähr gelaufen sein wird.
Sitzen Angela Merkel und Wolfgang Schäuble zusammen am Tisch und quatschen. Sagt Frau Merkel: „Du, Wolfi, es war ja nicht alles schlecht, was es in der DDR gab. Ich zum Beispiel, ich komme auch daher.“ Sagt Herr Schäuble: „Ja, Angie, stimmt. Und die Überwachungsmethoden damals, da könnte man sich echt noch ne Scheibe abschneiden! Videoüberwachung fällt mir da so spontan ein. Komm, lass uns das doch mal flächendeckend einführen!“ Und so kommt es, dass was ’89 noch Wahnsinn war 20 Jahre später längst Methode ist.
Längst ist aber auch die Propaganda besser geworden. Hieß die Überwachung früher noch „Ministerium für Staatssicherheit“, dann heißt es heute meistens gleich viel schöner „Zu ihrer Sicherheit wird […] Videoüberwacht“. Das klingt doch gleich viel besser … also zu meiner Sicherheit? Na dann verzichte ich doch gern auf meine Freiheit oder wie? „Mit nem Teelöffel Zucker schluckt man jede Medizin“ singen Slime und leider haben sie Recht und so kommt es wohl, dass die heutigen Überwachungsmaßnahmen von der Mehrheit der Bevölkerung einfach geschluckt werden. Aber den bitteren Nachgeschmack – den kriegen sie selbst mit einem ganzen Kilo Zucker nicht weg!

Piraten mit Bärte?

Posted in Piraten, Piratenpartei with tags , , , , , on 1. September 2009 by Kaeptn Dotterbart

Seltsam manchmal, welchen Kurs das Segel schlägt, wenn man im Internet surft. Eigentlich wollte ich mich nach den Unterhaltungsmöglichkeiten in Leipzig umschauen, da bin ich auf finde-dein-erlebnis gestossen. Eine Seite, auf der eine „Erlebnisdatenbank“ entstehen soll, „mit der man gezielt nach Ausflügen, Wanderung, Restaurants etc. in einem gewünschten Gebiet suchen kann.“ Das heißt, User können dort von ihren Erlebnissen schreiben und somit anderen Usern Eindrücke liefern.

Besonders sympathisch:

„Das Ganze natürlich ohne kommerziellen Einfluss und bezahlten Einträgen, welche das Suchergebnis verfälschen.“

Besonders auffällig:
Der Bildschirmlange Banner der PIRATEN, am rechten Rand der Page: Gegen Zensur und für die Freiheit!


Integriert im Banner ist ein Video von den PIRATEN, dass ich noch nicht kannte. Ein Lied von den Piraten und ihren „Werten“. Wobei man das mit den Werten anscheinend nicht so genau nehmen muss, schließlich schreibt die Hannoversche Allgemeine Zeitung: „Alle, die mit uns den Bundestag kapern, müssen Piraten mit Bärte sein.“ Na da bin ich ja mal froh, dass ich einen Bart habe, hihi …
Aber gut, ist ja auch nicht so einfach, schließlich ist der Text der Piratenversion kaum zu unterscheiden von dem Text des friesischen Originals, hehe … Da kann sowat mal ja passieren, nö?
Allerdings hat mich das Video auch sonst etwas irritiert. Gut, das Video ist echt professionell gemacht und hat bestimmt das Potenzial in gewissen Kreisen richtig gut anzukommen. Vor allem für eine Junge Partei natürlich eine Super Idee. Mir persönlich gefällt es leider trotzdem nicht. Musikalisch für meinen Geschmack zu poppig und außerdem spiegelt sich in dem Piraten-Video alles wieder, was MTV hervorgebracht hat inklusive  sex_sells. Klar, über Geschmack lässt sich streiten, aber musste man der Sängerin unbedingt noch einen Hut aufsetzen, der wohl Piratenflair versprühen soll? Ich stelle mir vor, die CDU hätte so einen Wahlsong, und vornedran stände Zensursula mit einem Stoppschild auf den Kopf und singt: „Helfe uns das Netz zu zensieren, so müssen christliche Werke sein.“ …

Nach diesem Seegang bin ich wieder in den Hafen zurückgesegelt und habe mir die Ursprungsseite, also finde-dein-erlebnis, noch einmal angeschaut. Wer ist das, der so offensiv für die PIRATEN wirbt? „Über uns“ verrät mir, dass das Anliegen war,

„eine Plattform zu schaffen, welche übersichtlich gestaltet und einfach zu bedienen ist. Unsere stetig steigenden Besucherzahlen gibt uns recht, dass soetwas lange gefehlt hat.“

Besucherzahlen im vorigen Satz sind zwar eigentlich Plural, aber versteht man schon. Außerdem versprüht die Page einen sehr positiven Grundgedanken:

„Jeder kann vollkommend kostenlos sein eigenes, entdecktes Erlebnis eintragen und mitteilen wie es ihm gefallen hat. So entsteht nun nach und nach eine nichtredaktionelle Datenbank aus privaten Einträgen und unverfälschten Meinungen.“

Auch in diesem Zitat kann ich mir das überflüssige „d“ noch vollkommenen wegdenken, aber bei der „Vision“ komm ich dann doch noch ins Stolpern ...

„Finde-Dein-Erlebnis.de soll Anlaufpunkt für viele Ausflugsinteressierte werden und gleichzeitig wünschen wir uns, dass viele neue Einträge unserer Besucher unsere Datenbank füllen. In einer so von Zeit geprägten Welt ist das natürlich eine Herausforderung und die Hemmschwelle für den Eintrag (aus Angst vor Fehlern oder dem generellen Verfassen eines Eintrages) ist hoch. Da wir unsere Seite auch zukünftig ohne kommerziellen Einfluss betreiben werden und wir persönlich immer ansprechbar sind und damit auch Fehleinträge, Unterstützung beim Eintrag usw. ohne Probleme bearbeiten können, so dass diese Hemmschwelle hoffentlich überwunden werden kann😉.“

Ähm, wie bitte? Also, irgendwo, spätestens im letzten Satz, glaub ich, ist der Zusammenhang verloren gegangen …

Doch trotz aller Fehler im Fließtext: „Die Idee sind gut, weiter so!“

Zweiter Piratenstammtisch Konstanz

Posted in Piratencrew Konstanz, Piratenpartei with tags , , , on 29. Juli 2009 by Kaeptn Dotterbart

Tut mir leid das dieser Beitrag so lange auf sich warten lassen musste … dafür fällt er im Gegenzug auch umso kürzer aus, hehe … aber erst musste noch eine Magisterarbeit fertig geschrieben werden und jetzt wirft das AKW-Camp seine Schatten voraus und will organisiert werden. Deshalb kurz und knackig: Der 2. Piratenstammtisch in Konstanz.
Schon fast zwei Wochen her, scheint sich auch im Piratenleben schnell der Alltag einzuschleichen. Zumindest war ich – wie immer – gleich mal 20 Minuten zu spät. Als ich um die Ecke bog waren alle Augen auf mich gerichtet und der eine oder andere konnte sich ein lächeln nicht verkneifen. Nicht nur, weil ich zu spät war, sondern auch weil mich inzwischen alle vom Forum her kannten

Dafür gabs gleich wieder eine positive Überraschung: An unserem Stammtisch hängt jetzt ein schöner orangener Banner. Sieht gut aus, beim nächsten Mal nehme ich eine Kamera mit. Schöne Innenhof-Squater-Revolutions-Romantik die unser Stammtisch so ausstrahlt…
Gut, weil ich zu spät kam, musste ich auch sehen was übrig bleibt – TOP 1 und TOP 2 sind schon längst vorbei: Die Vorstellungen der neuen Mitglieder. Aber gut, sowas kann man jederzeit nachholen …
Dann TOP 3: Ab sofort sollten am Stammtisch nur noch Parteimitglieder Stimmberechtigt sein. Das klingt zwar im ersten Moment etwas komisch – im zweiten allerdings relativ logisch. „Jeder Kegelverein macht das so“ höre ich da immer jemand sagen – wobei das als Argumentation natürlich nicht durchgeht … Ich meine, Kegelvereine, waren das nicht so fundamentale Gruppierungen aus dem 20. Jahrhundert?

Der Wunsch ist natürlich trotzdem vollkommen nachvollziehbar: Also wenn ich in der Partei wäre, so einen Stammtisch organisiere und dann läuft es nachher so, dass die Zaungäste bestimmen, was geschieht und was nicht – während die Parteimitglieder nur dumm kucken können ? … Naja, das macht ja irgendwie überhaupt keinen Sinn … also ich unterstütze den Antrag.

Natürlich gibt es auch Einwände zu hören: „Man könnte die Nicht-Parteimitglieder als beratendes Gremium einberufen“„oder sie eine kollektive Stimme abgeben lassen“ … ?
Also, nachdem alle Meinungen ausgetauscht waren hieß es dann abstimmen, wobei dann endlich die dumme Frage kommen durfte, die jedem schon durch den Kopf ging: „Wer stimmt denn eigentlich ab, ob in Zukunft nur noch Parteimitglieder abstimmen dürfen? Alle – oder nur die Parteimitglieder?“ Jeder weiß, das irgendwo ganz tief in dieser Aussage irgendeine Paradoxie in dieser Tatsache stecken muss – und schweigt erstmal (beziehungsweise grinsen alle in sich rein … ).
„Also man könnte ja mal probieren, dass alle Abstimmen und dann mal schauen, was dabei rauskommt“. Gesagt – getan. Und der Vorschlag, dass in Zukunft nur noch Parteimitglieder abstimmen dürfen, wird ungefähr einstimmig von allen Anwesenden angenommen – Und sofort zahlt sich diese Abstimmtaktik aus: Papuga hat *rein zufälligerweise* Blanko-Anträge und Stift dabei … es gibt ein kurzes Tumult und Gerangel … und schwups, hat sich die Partei um 5 Pateimitglieder vermehrt

Dann musste es natürlich kommen: TOP 4 – Sperrung und Zensur im Forum
Es wurde viel geredet und diskutiert. Alle sind der Meinung, dass der konkrete Fall KaeptnDotterbart gelöst werden muss – darüber hinaus sollte derartiges auch in Zukunft nicht passieren. Der Stammtisch beschließt eine kollektive Erklärung abzugeben, in der transparentere Regeln und Eigenadministration gefordert werden. Das muss aus Platzgründen jedoch an dieser Stelle als Geschichte verbleiben, die an anderer Stelle erzählt wird. Nur so viel: Mein Account wurde inzwischen wieder reaktiviert.

Danach gab es noch ein paar Punkte mehr, zum Beispiel wird jetzt doch eine Mailingliste gefordert. Aber nicht die Landesmailingliste, sondern eine eigenständige Mailingliste. Matttze sagte, er hätte kein Bock mehr zu lesen, wenn sich die Tübinger Piraten zum Essen in der Mensa über den Landesmailinglistenverteiler verabreden … Verständlich.
Also wurde beschlossen, eine eigene Mailingliste einzufordern – und haben sie inzwischen auch schon. Lob und Dank an alle, die dafür zuständig waren. Mehr und mehr sieht man in der Entwicklung des Stammtisch Konstanz – als einer von vielen – die Zeichen, die eine echte Bürgerpartei ausstrahlen sollte: Basisdemokratie und Selbstbestimmung!

Schließlich durfte auch die lockere Biertrink-Kennenlern-Stunde(n) nicht fehlen. Denn nur wer sich auch in echt kennt, glaube ich, der kann sich auch anständig vernetzen. Soweit in alle Kürze.

Ahoi!

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